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Tesla von den Earnings: Volles Risiko im Optionsmarkt

  • Autorenbild: Thomas Hartz
    Thomas Hartz
  • 22. Juli
  • 3 Min. Lesezeit
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Wenn Elon Musk die Bühne betritt, erwartet die Welt nicht weniger als die nächste Revolution. Heute Abend liefert Tesla nach Börsenschluss die Quartalszahlen. Welche operativen Erwartungen, Margen und Kennzahlen dabei im Raum stehen, wurde auf Finanzmarktwelt bereits berichtet.


Jenseits der Fundamentaldaten hat sich der Optionsmarkt jedoch längst in Stellung gebracht. In den letzten Tagen wurden gigantische Volumen mit Tesla-Optionen gehandelt, was den enormen Druck auf diesen Earnings-Termin unterstreicht. Während institutionelle Investoren teure Absicherungen aufbauen, halten spekulative Call-Wetten die Tür für einen weiteren Kurssprung offen.


Ein genauer Blick in den Optionsmarkt für den wöchentlichen Verfall (24. Juli) sowie die August- und September-Kontrakte zeigt ein hochinteressantes, gespaltenes Bild. Dieser Artikel analysiert, wo das Smart-Money seine Wetten platziert. Alle Optionsmarkt-Daten stammen von www.barchart.com (Stand Schlusskurs 21. Juli 2026).


Wöchentlicher Verfall (24. Juli): Maximale Absicherung und der Blick auf die Earnings bei Tesla


Der kurzfristige Wochenverfall im Tesla-Optionsmarkt zeigt vor den Earnings extreme Aktivität. Mit über 568.000 gehandelten Kontrakten bei einem Open Interest von rund 431.000 wird klar, dass viele Marktteilnehmer gezielt auf das heutige Event spekulieren und absichern. Das Put-Call-Ratio liegt bei 1,09 – leicht bärisch, aber nicht panisch.


Besonders auffällig ist die Struktur auf der Put-Seite im Optionsmarkt: Neben einer dichten Absicherung direkt unter dem aktuellen Kursniveau (ca. 380 USD) mit Schwerpunkten bei 370 und 350 USD baut sich im tieferen Bereich eine massive Put-Wand auf. Der 300er-Strike, der 230er und sogar der 150er-Strike weisen teilweise sehr hohes Open Interest auf. Die impliziten Volatilitäten bei diesen tiefen Kontrakten sind extrem hoch – ein klares Zeichen, dass Market Maker hohe Risikoprämien verlangen.


Das ist keine panische Crash-Wette, sondern klassische Bilanzabsicherung großer Bestandsinhaber im Tesla-Optionsmarkt. Gleichzeitig existieren auf der Call-Seite markante Deckel bei 400, 420 und 430 USD. Der Markt ist also für beide Richtungen gewappnet – mit klarer Tendenz zur Risikominimierung nach unten. Die heutigen Tesla-Earnings könnten somit das Potenzial für eine heftige Erschütterung haben.


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August-Monatsverfall (21. August): Der Blick nach vorn und die Puffer für die kommenden Wochen


Im August-Monatsverfall beruhigt sich das Bild spürbar. Das Put-Call-Ratio sinkt auf 0,79, das Handelsvolumen ist moderater. Hier positioniert sich das Smart-Money für die Wochen nach den Earnings.


Auf der Put-Seite bilden sich klare Auffangnetze im Bereich 350–400 USD (besonders stark beim 350er-Strike). Diese Zone scheint als wichtige Unterstützung nach einem möglichen volatilen Earnings-Trade zu dienen. Auf der Call-Seite dominieren Widerstände bei 420, 450 und 500 USD. Bemerkenswert sind auch einzelne große Blöcke bei sehr hohen Strikes (u. a. 990er), die auf langfristige spekulative Positionen hindeuten.


Zwischenfazit: Nach dem heutigen Earnings-Event sehen die institutionellen Adressen in den darauffolgenden Wochen bei Tesla eine breite Haltezone zwischen 350 und 400 USD. Während nach oben hin bei 420 bis 500 USD dicke Widerstände den Deckel draufhalten, ist der Markt im August über die gestaffelten Puts deutlich robuster gegen Rücksetzer gepanzert als im kurzfristigen Wochenverfall.


September-Monatsverfall (18. September): Makro-Wände und die Faszination der 990er-Calls


Der Blick auf den September-Monatsverfall (18. September 2026) weitet den Zeithorizont und offenbart, wie die institutionellen Adressen und das Smart-Money den Spätsommer absichern. Mit knapp 505.000 Kontrakten weist dieser Verfall das absolut größte gesamte offene Interesse aller betrachteten Ketten auf, während das Handelsvolumen mit rund 23.000 Kontrakten naturgemäß deutlich flacher verläuft. Das Put-Call-Ratio liegt stabil bei 0,79.


Die Struktur im September zeigt markante Schwerpunkte:


Die Call-Titanen und die 990er-Fantasie: Auf der Oberseite dominieren zwei Auffälligkeiten. Zum einen der massive 420er-Strike mit 18.774 Open Interest, der als erster großer Widerstand nach oben fungiert. Zum anderen bündelt sich beim extrem weit aus dem Geld liegenden 990er-Strike ein gigantisches offenes Interesse von 32.752 Kontrakten – flankiert vom 600er (10.466 OI) und dem 940er (10.372 OI). Solche extremen OTM-Call-Blöcke sind typische, langfristig positionierte Wetten oder strukturierte Stillhalter-Kombinationen, die auf plötzliche, unkontrollierte Squeeze-Szenarien oder ambitionierte Jahresend-Fantasien spekulieren.


Das tiefe Sicherheitsnetz auf der Put-Seite: Auf der Unterseite spannen die großen Adressen ein gestaffeltes, robustes Sicherheitsnetz. Der primäre Anker liegt tief beim 300er-Strike mit starken 16.451 Kontrakten Open Interest, gefolgt von der wichtigen Marke bei 400 USD (12.712 OI), dem 350er (9.958 OI) und dem 340er-Strike (9.742 OI).


Fazit: Zwischen Vollkaskoversicherung und Squeeze-Fantasie


Der Optionsmarkt von Tesla präsentiert sich vor den heutigen Quartalszahlen hochgerüstet und ambivalent. Der kurzfristige Verfall dient als akute Vollkaskoversicherung gegen negative Überraschungen. Die mittelfristigen Kontrakte (August/September) zeigen hingegen eine robustere Absicherung nach unten bei gleichzeitiger Offenheit nach oben.


Die dichten Put-Netze signalisieren Respekt vor den Risiken (Lieferketten, Margendruck, Execution bei Full Self-Driving etc.). Gleichzeitig halten spekulative Call-Positionen die Tür für einen positiven Überraschungseffekt und einen möglichen Short-Squeeze offen. Heute Abend wird sich zeigen, welche Seite Recht behält.


Rechtlicher Hinweis & Haftungsausschluss: Die Options-Daten wurden mit Unterstützung von Gemini Pro analysiert. Diese Analyse dient nur der Information und ist keine Anlageberatung. Investitionen sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden. Eine Haftung für die Richtigkeit der Daten ist ausgeschlossen. Alle analysierten Daten stammen von www.barchart.com (Stand: Schlusskurs 21. Juli 2026).

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